Bündner Bergseen


Es gibt natürlich viele verschiedene Techniken, die ich hier nicht alle aufzeigen kann und

an jedem See gibt es mehrere Techniken die erfolgreich gefischt werden.

Zum Beispiel die Fischerei mit der Zapfenmontage an Einläufen,

oder mit dem Sbirolino-System auf weite Distanzen,

hier werden euch jedoch die Systeme mit Vorblei, Elritze und "Mozzi" näher gebracht.

 

 


Vorblei

Dies ist eine der am meisten verwendeten und eine sehr erfolgreiche Technik an vielen bündner-Seen, das Angeln mit den Bündner-Fliegensätzen.

  

Das System:

Am besten eignet sich eine feine Steckrute von ca. 3.6 meter Länge mit vielen und kleinen Ringen und einem Wurfgewicht von mind. 20-50 Gramm. An unterster Stelle montieren wir eine Blei-Birne oder ein Tirolerholz mit einem Gewicht von 15 bis 25 Gramm. Danach sind in gleichen Abständen bis zum Wirbel an oberster Stelle drei Seitenspringer montiert, bestückt mit drei Nymphen, oder Köderhaken und  zwei  Nymphen.... usw.., je nach Gewässer oder Lust und Laune.

  

Die Praxis:

Nach gezieltem Auswerfen lassen wir das Blei auf den Grund sinken und straffen nachher die Hauptschnur mit einem Bissanzeiger. Bei uns verwendet man einen Golfball mit Hakenschraube, jedoch kann alles was nicht schwerer als das montierte Blei ist als Bissanzeiger verwendet werden. Im Dunkeln werden auch oft Aal-glöckchen angewendet, diese dienen jedoch nur zur akustischen Hilfe. Bei einem Biss hat der Fisch nicht die Zeit den Köder zu schlucken, sondern löst direkten Zug auf die Hauptschnur aus, somit erkennt mann den Biss sofort und kann den "leichten" Anhieb setzen, der manchmal sogar nicht nötig wäre.... doch sicher ist sicher. Es ist darauf zu achten dass die Hauptschnur niemals ungespannt ist, ansonsten gibt es zu 90 Prozent Fehlbisse, vor allem auf kleine Nymphen. Bei uns werden meistens Nymphen in den Grössen 16 und 18 auf einem 20er Vorfach verwendet, diese haben sich im laufe der Zeit am besten bewährt. Diese Fischerei stellt die Geduld auf Probe, auswerfen und abwarten. Eine...sagen wir mal nicht sehr anspruchsvolle Fischerei, jedoch eine perfekte Technik für schöne Fänge.


 


Ghost Montage

 

Die Ghost Montage ist eine lang ausprobierte Erfindung vom Bündner Fischer Shop. Nach diversen Fehlschlägen, Tipps von unseren Nachbarn und einigen versuchen kann ich nun behaupten das dies eine der erfolgreichsten Techniken an unseren heiklen Bergseen über der Waldgrenze ist. Nicht nur wegen der besonderen Laufart, sondern hauptsächlich wegen der Unsichtbarkeit des Gewichts für die Fische im Wasser.

 

 

 

Das System:

 

Es wird ein Kristall-Glas Gewicht verwendet mit 8 Gramm oder 15 Gramm, je nach weite die man gerne abfischen möchte. Der Ghost befindet sich Montiert auf einem Handgebunden 0.23mm Starken, 1.5 Meter langem Vorfach, mit 8er Angel und vormontierter, kleiner Stiroporkugel, die den Fisch zum Biss zusätzlich verleit. Vor und hinter dem Ghost sind Schnurstopper montiert, diese dienen dazu um den Ghost nach vorne oder nach hinten zu verstellen.  Der Köder kann somit dank Auftrieb durch die kleine Stiroporkugel  in diversen Tiefen angeboten werden.

 

 

 

Die Praxis:

 

Das Ziel ist es, die Stark mit Kraut bewachsenen Bergseen so Optimal wie möglich und ohne viel Krach zu befischen. Der Ghost sollte so eingestellt sein das der Köder ca. 20cm über dem Kraut steht. Man kann Ihn stehen lassen oder langsam einholen mit kurzen Zupfbewegungen, was meistens zum Erfolg führt. Der Ghost verhält sich ähnlich im Wasser wie ein Sbirolino… langsam sinkend, und durch ein kurzes Zupfen kommt er schneller nach oben als jedes andere Gewicht auf dem Markt, auch sind dank seiner Form weniger Hänger im Kraut zu erwarten. Falls die Schnelle und Aktive Fischerei bevorzugt wird, kann man beim gewünschten Abstand zum Ghost ein kleines Bleikügelchen der Grösse 3mm setzen um Ihn zu Fixieren. So kann er Schnell gefischt werden, wie Zb. mit einem Löffel auf Saiblinge. Diese Methode bevorzuge ich wenn ich den Ghost mit der Elritze Fische, jedoch bringt manchmal auch eine stehende Elritze vor allem auf den Namaycush und Seesaibling einige Fische an den Haken.


Die Elritze am Bergsee

Die Fischerei mit der Elritze "Bammali" ist nicht mehr so viel verbreitet, jedoch eine der besten die es gibt.

Jeder See sollte genau beobachtet werden.

Was für Fische fängt man?

Dabei ist nicht entscheidend ob Bach oder Seeforelle usw. nein, vielmehr die Art des Fisches.

Sind es richtige Räuber oder eher Fische die mehr Insekten fressen?

an der Form eines Fisches ist dies leicht erkennbar:

 

Kugelrund und kleiner Kopf gleich wenig erfolg mit der Elritze, aber besserer erfolg mit Nymphen,

Normale Form mit "Räuber-Kopf", gleich besserer erfolg mit der Elritze, jedoch auch gerne mit der Nymphe überlistbar.

  

Das System:

Die Montage ist relativ einfach, es wird eine eigenbau Montage verwendet, da diese der Elritze mehr Spiel im Wasser verleiht als zum Beispiel ein drei-Angel oder sonstiges köder-System. An die Hauptschnur setzen wir eine montierte 10 Gramm Olive, kein Laufblei, ansonsten wird die Hauptschnur wegen dem Drall zu Stark beschädigt. Danach folgt ein ca 80 cm und ein mindestens 0.23mm starkes langes Vorfach mit einem einzelnen 3er oder 4er Angelhaken, je nach grösse der Elritzen. Die Hauptschnur sollte stärker sein als das Vorfach, weil viel Drall erzeugt wird und wir somit nur manchmal das Vorfach und nicht die Hauptschnur wechseln müssen. Auch mit zusätzlichen  Karabinern und Wirbeln vor und nach dem Blei kann diesem vorgebeugt werden. Im Gegensatz zu vielen Fischern bevorzuge ich keine kleine Steckrute ( Mepps-Rute )

sondern eine Sbirolino-Rute zwischen 350 und 390 cm. länge mit harter Rutenspitze. Mit der langen Rute, bei dem ein harter Rutenspitz zwingend notwendig ist, bringt man viel mehr gefühl von der Hand zur Rutenspitze und vorallem von der Hand zum Naturköder im Wasser. Beim Angeln mit Köderfischsystemen, Mepps, Wobler usw. ist natürlich die kurze Rute besser geeignet, da man direkter Kontakt zum Köder hat, im gegensatz zum Eigenbausystem wo man kein direkter Kontakt zum Köder hat, sondern zum  vorgeknüpften Blei.

  

Die Praxis:

Man nehme die Elritze in die Iinke Hand, führt den Angelhaken einmal durchs Maul und zieht Ihn bei der Kieme wieder raus. Somit hängt die Elritze nun zwischen Angelhaken und Blei am Vorfach. Dann machen wir dasselbe noch einmal, nur führen wir diesmal den Angelhaken nicht durch die Kieme, sondern Stossen Ihn vom Maul bis knapp hinter die Rückenflosse und lassen dort den ganzen Bogen des Angelhakens  rausstehen. Mit der nun erzeugten Schlaufe um die Kieme vermeiden wir das ständige verlieren des Köders.

Je weiter hinten man den Angelhaken rausstehen lässt umso mehr vergrössert sich die Drehung der Elritze im Wasser. Die Tiefe in der die Elritze angeboten wird muss ausprobiert werden, jedoch muss man darauf achten das man beim sinken lassen des Köders die Schnur spannt und Sie nicht locker lässt, ansonsten dreht sich das Vorfach um die Hauptschnur, wegen dem Drall das die Elritze erzeugt. Nach Platzierung des Köders holen wir Ihn nun mit zupf-artigen Bewegungen richtung Ufer, so verleihen wir dem Köder eine natürliche Drehung und simulieren somit einen verletzten Köderfisch. Die Angelrolle braucht man nur um die Schnur nach den Zupfbewegungen wieder zu Spannen, meist in diesem Augenblick verspührt man den Biss, weil sich in diesem moment der Köder nicht mehr bewegt sondern ruhig im Wasser steht und ist die Schnur gespannt kann man direkt den Anhieb ansetzen und somit viele Fehlbisse vermeiden.


Mozzi oder Effzett

Ein sehr gutes System auf Saiblinge und Namaycush an Bergseen. Es Spielt dabei eigentlich keine Rolle ob Mozzi-Löffel oder Effzett-Blinker verwendet werden. Ich bevorzuge die Effzett-Blinker an Tiefen Stellen auf Saiblinge, den Mozzi-Löffel an flacheren Stellen auf Namaycush, dies hat sich in den letzten Jahren gut bewährt. Wir verwenden hier die genau gleiche Technik wie mit der Elritze,

nur ersetzen wir die Blei-Olive mit einem Mozzi- oder Effzett-Löffel, enfernen den Dreiangel und montieren wieder ein Vorfach von 60 cm und einen Einzelhaken. Als Köder eignen sich am Besten die Elritze, die Bienenmade oder der Holzwurm. Als Angelhaken verwenden wir die Grösse 8 oder 10 bei Maden

und bei der Elritze wie gewohnt die Nummer 3 oder die 4. Auch hier verwenden wir ein Vorfach der Stärke 0.23mm. Denn auch hier wird ein starker Drall erzeugt.

 



Bündner Fischershop

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